Have any questions?
+44 1234 567 890
Der Bürgerbus-Verein dreht einen Werbefilm für Kino und Soziale Medien
Der Wildeshauser Bürgerbus plant ein kreatives Werbevideo. Ende März soll der Spot im Kino zu sehen sein.
Wildeshausen – Zwei Busse, bald 24 Fahrer, 78 Vereinsmitglieder, 10 000 Fahrgäste und 50 000 Kilometer pro Jahr: Das ist der Wildeshauser Bürgerbus in Zahlen. Doch den Verein, seine Mitglieder und Leistungen macht noch viel mehr aus. Im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung wirft Vorsitzender Jochen Hoppe einen Blick auf das vergangene Jahr und verrät, welche Projekte als nächstes anliegen.
„Momentan bereiten wir den Dreh eines neuen Werbevideos vor“, sagt Hoppe. Dafür habe sich der Verein extra professionelle Unterstützung gesucht. Von wem genau, möchte der Vorsitzende noch nicht öffentlich verraten. Und auch nicht den exakten Inhalt des Videos. So viel darf aber gesagt sein: Es wird kreativ und amüsant. „Man muss sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, damit es auch im Gedächtnis bleibt“, sagt Hoppe. Das Drehbuch sei bereits geschrieben. Darsteller sind die Mitglieder des Bürgerbus-Vereins selbst. Fertig sein soll alles Ende März. Dann ist geplant, dass der Spot unter anderem als kleiner 30-Sekunden-Vorfilm im Kino zu sehen ist. Außerdem auf der Internetseite des Vereins sowie in den Sozialen Medien.
Verein ist modern aufgestellt
Auch ansonsten ist der Verein modern aufgestellt. „Papierkram“ gibt es dort kaum noch: „Wir haben unsere gesamte Buchhaltung digitalisiert“, sagt Hoppe. Auch Firmen schickten mittlerweile elektronische Rechnungen.
Im vergangenen Jahr habe man nicht nur einen neuen Bus angeschafft, sondern auch das Haltestellennetz auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst und gute Mitgliederwerbung betrieben. So ist zum Beispiel eine Haltestelle bei Geestland hinzugekommen, damit auch die Mitarbeiter der Firma den Bürgerbus nutzen können. Andernorts sind Haltestellen weggefallen, die kaum oder gar nicht frequentiert waren. Vier neue Fahrer sind derzeit in Ausbildung beim Bürgerbus-Verein. „Insgesamt haben wir dann 24 Fahrer. Damit sind wir sehr gut aufgestellt“, meint Hoppe. Dennoch könne der Verein immer wieder neue Helfer gebrauchen, da ab und zu auch jemand aufhöre. Um die entsprechende Ausbildung der Ehrenamtlichen kümmert sich der Verein.
Perspektivisch blickt Hoppe schon etwas weiter in die Zukunft. In zwei Jahren muss wieder ein neuer Bus angeschafft werden. Es werden immer zwei vorgehalten, um auch bei Reparatur- oder Wartungsarbeiten zuverlässig fahren zu können. Der Vorsitzende hofft, dass der Verein künftig auf ein E-Modell umsteigen kann. Dafür würden bereits Rücklagen gebildet. „Es gehört aber einiges dazu“, erklärt Hoppe. Nicht nur, dass ein E-Fahrzeug mit 160 000 Euro um 50 000 Euro teurer sei als der zuletzt angeschaffte Bus. „Auch die Reichweite ist bei den bisherigen Modellen nicht ausreichend. Und wir bräuchten entsprechende Infrastruktur, um das Laden des Fahrzeugs gewährleisten zu können“, so Hoppe. Insgesamt sei die finanzielle Situation beim Bürgerbus-Verein stabil. Das liege auch an der Beteiligung der Stadt an den laufenden Kosten. Außerdem sind Mitgliedsbeiträge, Sponsorenverträge, Spenden sowie die Organisationspauschale des Landes Niedersachsen die Einnahmequellen. Nur etwa 30 Prozent der Fahrgäste müssten indes ihr Ticket bezahlen. „Viele haben ein Deutschland-, Schüler- oder Nordwestbahn-Ticket“, erklärt Hoppe. Damit ist auch die Fahrt im Bürgerbus möglich. Über das Deutschlandticket seien vor allem völlig neue Fahrgäste hinzugekommen.
Grundsätzlich nutzen ganz unterschiedliche Personengruppen das Angebot. „Vor allem am Donnerstag. Dann ist Wochenmarkt“, weiß Hoppe. Einen großen Anteil machten Fahrgäste mit Rollator aus, die eben nicht mehr so gut zu Fuß sind. Und auch Mütter mit kleinen Kindern stiegen oft ein. In diesem Zusammenhang weist Hoppe auf ein wichtiges Thema hin: „Wir dürfen keine Kinder im Kinderwagen transportieren“, sagt er. Denn beim Bürgerbus handelt es sich um einen Pkw, und darin müssen laut Gesetz alle Fahrgäste angeschnallt sein. Den leeren Kinderwagen könne man zwar transportieren, aber für Babys sei eine entsprechende Transportschale nötig. Kindersitz und Sitzerhöhung für ältere Kinder seien im Bus vorhanden.
Eine kleine Veränderung steht für den Verein in diesem Jahr noch an: Sowohl der Leiter „Technik“ als auch der Leiter „Fahrdienst“ wollen zurücktreten. Und auch die Protokollantin möchte ihr Amt weitergeben. Daher gibt es bei der Jahreshauptversammlung am 7. Mai Neuwahlen für den Vorstand. „Wir haben bereits Nachfolger in Sicht“, sagt Hoppe.